Landeszeltlager 2026 – Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg

Landeszeltlager 2026

Introbild

Landeszeltlager 2026

Eine tolle Woche in Waldenburg im Hohenlohekreis

Eine Woche lang verwandelte sich das beschauliche Waldenburg im Hohenlohekreis in die Hauptstadt der baden-württembergischen Jugendfeuerwehr: Vom 22. bis zum 29. August 2026 fand unser Landeszeltlager statt. Unser Orgateam war wieder einmal sehr fleißig. Die Verantwortlichen des Fachgebiets Lager und Fahrt hatten für die Teilnehmer wieder ein abwechslungsreiches und spannendes Programm zusammengestellt, das Klassiker wie Orientierungslauf, Lagerolympiade und Geländespiel mit einem Blick über den Tellerrand in verschiedene Handwerksberufe verband. Wie schon in den vergangenen Jahren waren auch Gäste aus dem Ausland dabei: Wir freuten uns sehr über die erneute Beteiligung der Jugendfeuerwehr Roeselare aus Belgien. Sie nahmen die weite Anreise auf sich, um die Lagerwoche gemeinsam mit den Jugendfeuerwehren aus Baden-Württemberg zu erleben. Als weitere Besonderheit stellten unsere Kreisjugendsprecher, die aus dem gesamten Land zusammengekommen waren, eine Gruppe auf dem Zeltplatz.

Los ging es am Samstag, 22.08.2026, ab 13 Uhr: Gruppe für Gruppe rollten die Fahrzeuge auf den Zeltplatz, der schön am Rande eines Waldes gelegen war und viel Platz für alle Zelte bot. Unser Orgateam war bereits zwei Tage zuvor angereist und hatte ganze Arbeit geleistet: Parkplätze, ein großes Essenszelt, Küchencontainer, Duschcontainer, Toilettenanlagen, eine Bühne und eine tolle LED-Beleuchtung standen bereit. Jede Gruppe erhielt ihre Fläche zugewiesen und so konnten rasch die Zelte aufgebaut und die Lagerplätze bezogen werden. Anschließend erhielten die angereisten Gruppen in ersten Besprechungen der Betreuer und der Jugendsprecher (Lagerparlament) viele Infos und gemeinsam wurden noch einige Regeln vereinbart, wie man auf dem Platz zusammenleben wollte. Viele Dinge waren bereits zuvor in den Vortreffen vor dem Zeltlager besprochen worden, aber einige Themen ergeben sich erst, wenn das Lager steht.

Ebenfalls fand für alle Betreuer und Jugendsprecher eine Einweisung in das Schutzkonzept statt. Uns ist wichtig, dass alle unsere Kinder und Jugendlichen bei uns sicher sind und sich gut fühlen. Daher wurden alle Beteiligten ermutigt, achtsam zu sein, aufeinander aufzupassen und offen anzusprechen, wenn sich eine Situation nicht gut anfühlt. Im Lager gab es hierfür auch Aushänge für Meldestellen (persönlich/anonym).

Erste technische Herausforderungen wurden durch unser handwerklich vielbegabtes Orgateam souverän gelöst und schon bald war die zu heiße Duschwassertemperatur angenehm eingestellt.

Nach dem gemeinsamen Abendessen stand der Höhepunkt des ersten Tages an: die offizielle Lagereröffnung, bei der die Teilnehmenden und die Organisatorinnen und Organisatoren offiziell in die Lagerwoche starteten. Unser Landesjugendleiter Timo Kraft begrüßte die 20 Jugendfeuerwehren mit rund 350 Teilnehmenden. Nach der langen Trockenheit war es nicht wie sonst möglich, das Lagerfeuer zu entzünden. Zu groß wäre die Gefahr eines Brandes im trockenen Gras gewesen. Aber natürlich hatte sich unser Orgateam zu helfen gewusst und ein elektrisch beleuchtetes Lagerfeuer gestaltet. Das wärmte zwar nicht, aber sah sehr schön aus!

Der Sonntag stand nach einer überraschend kühlen ersten Nacht ganz im Zeichen der Gemeinschaft: Zusammen mit unseren Gästen, die am Morgen eintrafen, gestaltete Frau Ute Karle, Leiterin der Notfallseelsorge im Hohenlohekreis, einen Gottesdienst. Anschließend gab es für unsere Gäste aus Politik und den Feuerwehren, darunter Michael Wegel, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, sowie Steffen Heber, designierter Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes, eine Führung über das gesamte Gelände, bevor wir uns bei einem gemeinsamen Mittagessen stärkten. Viele Aktionen und Angebote direkt auf dem Lagerplatz sorgten anschließend dafür, dass sich die Gruppen aus den unterschiedlichen Stadt- und Landkreisen schon am ersten vollen Lagertag näherkamen. Dazu hatte jede Jugendfeuerwehr eine Station vorbereitet, an der die Teilnehmer allerlei tolle Dinge basteln und werken konnten. So war es etwa möglich, sich einen eigenen Schlauchschlüsselanhänger zu basteln. Oder aus Holz ein eigenes kleines Boot zu bauen. Aus Gips konnten die Kinder und Jugendlichen Feuerwehrhelme gießen und anschließend bemalen. Dies sind nur einige Beispiele aus dem vielfältigen Angebot.

Am Montag und Dienstag füllte sich der Wochenplan mit den sportlichen und spielerischen Höhepunkten, die zu einem Landeszeltlager dazugehören: Ausflüge in die Umgebung, der beliebte Orientierungslauf sowie die Lagerolympiade, bei der die Gruppen in verschiedenen Disziplinen gegeneinander antraten. Unsere Mitarbeiter aus dem Jugendbüro und das Trio nutzten die gemeinsame Zeit auf dem Zeltlager und zogen sich tagsüber zur Klausur zurück. Dort planten sie das Jahresprogramm 2027 für unseren Jugendverband. Der Montagabend stellte einen weiteren Höhepunkt dar. Unser langjähriger Partner, die Firma EDEKA Südwest, hatte es sich wieder einmal nicht nehmen lassen, uns einen Grillabend zu spendieren. Alle Gruppen hatten ihre Grills mit im Gepäck und kamen zum gemeinsamen Grillen vor dem großen Essenszelt zusammen. Mithilfe der Tipps unserer fachkundigen Moderatoren kamen Feuerwehrwürste, Feuerwehrsteaks und vegetarisches Grillgut auf die Grills. Um den Brandschutz kümmerte sich dabei jede Gruppe an ihrem Grill selbst. Dazu gab es viele Salate vom Buffet, schließlich galt es, viele hungrige Mägen zu füllen, bevor sich die Grillparty fließend in eine Lagerdisco verwandelte.

Der Dienstag stand unter dem Motto "Jugendfeuerwehr trifft Handwerk" –ein Schwerpunkt unseres Zeltlagers. Mehr dazu, könnt ihr in unserem gleichlautenden Artikel in diesem Heft erfahren.

Am Dienstagnachmittag besuchten zwei Landtagsabgeordnete unser Zeltlager. Maren Seifert, Sprecherin für den Bevölkerungsschutz der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, und Berat Gürbüz, jugendpolitischer Sprecher derselben Fraktion, informierten sich über unser Zeltlager, unseren Jugendverband und unsere politischen Forderungen. Beide zeigten sich sehr beeindruckt von unserer vielfältigen Arbeit – im Zeltlager wie über das ganze Jahr hinweg.

Ebenfalls am Dienstag starteten von den teilnehmenden Gruppen organisierte Volleyballturniere für die Betreuerteams. Nach spannenden Matches stand als Sieger die Gruppe „Noah und die 3S“, knapp vor der Gruppe aus Mußkuchen, fest. Herzlichen Glückwunsch!

Am Mittwoch stand mit dem großen Geländespiel ein weiterer Klassiker auf dem Programm, bei dem Teamgeist und Taktik gefragt waren. Am Abend versammelten sich alle Teilnehmer auf dem Zeltplatz vor der Bühne. Unsere Jugendsprecherinnen und Jugendsprecher hatten den "Abend der Jugendsprecher" organisiert. Mithilfe von künstlicher Intelligenz hatten sie sogar ein eigenes Spiel für den Browser programmiert. Die Kinder und Jugendlichen traten in vielen verschiedenen Spielen gegen das Orgateam an. Gegenstände mussten etwa beschafft, Personen gesucht oder die richtigen Begriffe genannt oder pantomimisch dargestellt werden. Unsere Landesjugendsprecher Hans und Yannis führten souverän durchs Programm.  Am Ende hatte das Orgateam ganz knapp die Nase vorn und gewann diesen Wettbewerb. Die Rückrunde und damit die Chance zum Ausgleich findet 2028 auf dem kommenden Landeszeltlager statt!

Am Donnerstag war der wärmste Tag des Zeltlagers. Am Vormittag fand der zweite Teil der Lagerolympiade statt. Viele Gruppen nutzten zudem ab dem Mittag die Möglichkeit, Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen. Hoch im Kurs waren natürlich Badebesuche. Aber jede Gruppe hatte auch die Möglichkeit, sich aus einem reichhaltigen Ausflugsprogramm zwei Ausflüge auszusuchen. So war es beispielsweise möglich, die Experimenta in Heilbronn zu besuchen, oder das Kochertal auf einer Draisinenfahrt oder per Kanu auf dem Fluss zu erkunden. Es gab das Angebot, Bogen zu schießen, einen Kletterpark zu besuchen oder ein eigenes Floß zu bauen.

Am Donnerstagabend wurde das Volleyballturnier für die Jugendgruppen durchgeführt. Die Jugendfeuerwehr Kirchheim/Jesingen hatte sich bereit erklärt, dieses zu organisieren. So traten bei Musik und vielen Fanchören acht Jugendgruppen fair gegeneinander an.

Der Freitag begann wie jeder Tag mit einem sehr guten Frühstück, organisiert von unserem tollen Küchenteam und an jedem Tag unterstützt von einer anderen Jugendfeuerwehr, die für den Essens- und Spüldienst eingeteilt war. Und überhaupt ließ die Verpflegung auf dem Zeltlager keine Wünsche offen. Für die Verpflegung über den Tag erhielten alle Gruppen eine Lunchbox vom Küchenteam, sodass die Gruppen zeitlich flexibel zu Mittag essen konnten. Am Abend gab es immer ein gemeinsames Abendessen. Auf dem Speiseplan standen mit Chili con Carne, Pasta, Lasagne und vielen anderen Gerichten die typischen Zeltlagerklassiker, die allen gut schmeckten.

Während die Teilnehmer ihr Frühstück genossen, beobachtete die Lagerleitung aufmerksam das Wetterradar, denn es waren Gewitter vorhergesagt. Da Unwetter auf einem Zeltlager gefährlich sind, hatte das Orgateam bereits im Vorfeld ein mehrstufiges Evakuierungskonzept erstellt und allen im Lager erklärt. Im ersten Schritt sammeln sich die Gruppen an ihren Zelten und prüfen die Vollzähligkeit. Ein Betreuer pro Gruppe geht als Verbindungsperson zur Lagerleitung. Sobald klar ist, dass tatsächlich ein Gewitter den Zeltplatz treffen wird, gehen im zweiten Schritt alle in die Fahrzeuge. Im dritten Schritt würden alle Teilnehmer in eine nahe gelegene Halle gebracht. Glücklicherweise blieb das alles weitgehend Theorie: Zwar zogen an diesem Vormittag mehrere Unwetterzellen auf, die meisten Gewitter machten aber einen Bogen um unseren Lagerplatz. Nur einmal musste die Stufe 1 unseres Evakuierungskonzeptes aktiviert werden.

Apropos Krisenvorsorge: Natürlich bleibt es während eines einwöchigen Zeltlagers mit so vielen Teilnehmern nicht aus, dass Insektenstiche, Schnittwunden, Verstauchungen und andere kleinere Blessuren zu versorgen sind. Hin und wieder kommt es leider auch zu schwerwiegenderen Verletzungen oder Erkrankungen. Für die Erstversorgung gab es im Orgateam daher sowohl ausgebildete Rettungssanitäter als auch einen entsprechend eingerichteten Sanitätsraum. Glücklicherweise gab es während unseres Zeltlagers aber keine ernsthaften Verletzungen.

Die Woche im Zeltlager verging wie im Fluge. Am Freitagabend fand auf der Bühne der Abschlussabend statt.

Zunächst durfte Franzi FLiß die Siegerehrung für die verschiedenen Wettbewerbe durchführen, die auf dem Zeltlager stattfanden. Tim Zartmann und Timo Kraft dankten anschließend allen Mitwirkenden für ihre Hilfe und Unterstützung. Eine besondere Ehrung wurde Franzi Fliß, Tim Zartmann, Fabrizio Wehrle und Danie Ruopp zuteil. Sie wurden mit der goldenen Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch! Das Team Öffentlichkeitsarbeit hatte über die gesamte Woche jede Menge Schnappschüsse der Teilnehmer gesammelt und eine sehr schöne Diashow als Rückblick auf das Zeltlager gestaltet. Schon zuvor hatte das Team natürlich an jedem Tag fleißig in den sozialen Medien über das Lagerleben berichtet, sodass unsere vielen Follower immer Bescheid wussten, was bei uns alles abging.

Am Samstagfrüh war es dann leider so weit. Nach einem letzten guten Frühstück wurde das Lager geräumt. Jeder packte mit an und viele fleißige Hände sorgten dafür, dass Feldbetten, Tische, Bänke, Zelte und jede Menge Taschen rasch wieder in den Fahrzeugen verstaut waren. Auch die Lagerinfrastruktur wurde gemeinsam abgebaut und noch vor dem Mittagessen konnten die Gruppen nach einer letzten Verabschiedung den Weg nach Hause antreten. Das Bedauern über das Ende des schönen Zeltlagers mischte sich mit der Vorfreude auf das nächste Landeszeltlager 2028!

Es war eine superschöne Woche mit euch allen zusammen. Das war nur möglich, weil ganz viele Menschen sich bereit erklärt hatten, dieses große Zeltlager im Vorfeld zu planen, vorzubereiten, durchzuführen, zu begleiten oder in irgendeiner Weise zu unterstützen. Wir möchten allen, die dazu beigetragen haben, ganz herzlich danken. Ein besonderes Dankeschön geht hier natürlich an das Orgateam, das mit unglaublich viel Engagement bei der Sache war!

Ein großes Dankeschön möchten wir zudem den vielen Sponsoren sagen, die dieses Zeltlager durch eine finanzielle Zuwendung, durch Materialspenden, Materialgestellung oder Dienstleistungen unterstützt haben:

Firma EDEKA Südwest, Gerüstbau Hohenlohe GmbH, Abschleppdienst und Bergedienst Herbold GmbH, Spedition Hans Ihro GmbH, Karl Hueftle GmbH

Oliver Semmler

stv. Landesjugendleiter