Landesfeuerwehr-Tag im Zeichen der Jugend  – Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg

Landesfeuerwehr-Tag im Zeichen der Jugend

Introbild

Kehl/Ortenau | Die Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg feiert dieses Jahr ihren 50. Geburtstag – auch auf dem 13. Landesfeuerwehrtag, der in Kehl stattfand. Vorneweg: Es war ein grandioses Fest. Die baden-württembergischen Feuerwehren präsentierten sich über eine Woche lang in all ihren Facetten der Bevölkerung und der Politik.

Zugleich war der Landesfeuerwehrtag für die vielen Feuerwehrangehörigen der ideale Ort zur Diskussion, zur Weiterbildung, zum Austausch oder zum Netzwerken. Klar, dass die Jugendfeuerwehren mit am Start waren! Entlang des blauen Weges, dem Rundgang über alle Aktivitäten, war das Gelände um den Weißtannenturm fest in den Händen unserer Kinder und Jugendlichen.

Auf einer großen Aktionsmeile konnte das Experimentarium erlebt werden. Am Infostand der Jugendfeuerwehr gab es neben Süßigkeiten, Obst und Infomaterialien auch viele gute Gespräche. Spraydosen- und Fettexplosionen konnten beobachtet werden und für die Kleinsten gab es Hüpfburgen, Kinderschminken und einen großen Wasserspielplatz. Für das leibliche Wohl der Gäste war ebenso gesorgt wie für die musikalische Umrahmung. Unser Dank geht an die Feuerwehrmusik!

Am Freitagvormittag besuchten die Kehler Schulen die Aktionsmeile. Da war etwas los! Zugleich fand in der Hochschule das etwas andere Symposium „Europa bewegend erfahren und begreifen“ statt. Eine Veranstaltung, die eingebettet ist in unser Projekt „Wir in Europa!“. So besprachen und diskutierten an diesem Tag Kinder, Jugendliche und Erwachsene bis zum Senior, was sie unter Europa verstehen, was gut, was weniger gut an Europa ist und was sie sich für die Zukunft wünschen.

Am Samstagvormittag fand ein Treffen der ehemaligen Funktionsträger statt. Es war anregend, Menschen wieder zu begegnen, mit denen man vor langer Zeit zusammengearbeitet hatte, oder deren Namen man zumindest schon oft gehört hatte. Dank des geballten Historienwissens, konnten wir wieder einige Dinge klären und auf alten Bildern dem einen oder anderen Gesicht einen Namen geben.

Am Nachmittag erwarteten wir hohen Besuch. Der stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister, Thomas Strobl, besuchte die Jugendfeuerwehr. Mit ihm waren Staatssekretärin Kurz, MdL Stächele, Ministerialdirigentin Scheiffele, sowie Landesbranddirektor Egelhaaf gekommen.

Mit einer symbolischen Gießaktion wurden zwei im Frühjahr auf der deutschen und der französischen Rheinseite gepflanzten Bäume gewässert. Ganz feuerwehrtypisch geschah dies mit dem Feuerwehrlöschboot „Europa1“ während hoch über dem Rhein auf der Brücke der zwei Ufer das Jugendmusikorchester aus Köntringen die Europahymne spielte. Diese Bäume erinnern an das Jubiläum der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg, verbinden aber auch die beiden großen Projekte „Wir in Europa!“ sowie das Projekt „Hier wächst Zukunft!“. In diesem Umwelt- und Klimaschutzprojekt wirken Jugendfeuerwehren aus ganz Baden-Württemberg mit. Vor Ort werden in Absprache mit der örtlichen Forstbehörde konkrete und auf den örtlichen Bedarf zugeschnittene Projekte entwickelt. So wurde schon tausende Bäume gepflanzt, gewässert, Müll aus Wäldern beseitigt, Waldreben entfernt, Nistkästen und Insektenhotels gebaut oder gar ganze Waldplätze und Wanderwege neu angelegt. Über die Auszeichnung unseres Projektes durch die Landesforstverwaltung freuten wir uns sehr!

Minister Strobl lobte das Engagement der Jugendfeuerwehren und hob die Wichtigkeit des Schutzes unserer Wälder hervor. Er dankte den Kindern und Jugendlichen für Ihr Engagement in diesem Projekt, aber auch für Ihre wichtige Arbeit darüber hinaus. Schließlich seien die Jugendfeuerwehren die Nachwuchsorganisation der baden-württembergischen Feuerwehren. Ein System der Hilfe am Nächsten, das nur dank der außerordentlich hohen Anzahl an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern so leistungsstark ist. Minister Strobl zeigt sich sehr erfreut über den Mitgliederzuwachs in den Jugendfeuerwehren in den vergangenen Jahren. Insbesondere, dass immer mehr Mädchen ihren Weg zur Feuerwehr finden, freute ihn. Doch Jugendfeuerwehren seien noch mehr als eine reine Nachwuchsorganisation. Sie begleiten junge Menschen ein Stück weit auf ihrem Lebensweg und entwickeln junge Menschen zu starken Persönlichkeiten. Sehr interessiert zeigte sich Strobl an der Wertearbeit im Jugendverband: Kameradschaft, Respekt, Verantwortung und Toleranz, oder kurz gesagt: KaReVeTo. Das sind die Werte der Jugendfeuerwehren!

Minister Strobl war sehr interessiert zu erfahren, wie die Nachwuchsarbeit auch in der Zukunft so erfolgreich gestaltet werden könne. Er zeigte sich überzeugt, dass das Konzept der Kindergruppen, also die frühe Bindung von Kindern an die Feuerwehrfamilie der richtige Weg sei! Auch wenn noch viel Überzeugungsarbeit bei der landesweiten Etablierung der Kindergruppen zu leisten sei: „In mir haben Sie dafür einen Unterstützer!“, sicherte Strobl zu.

Zum Abschluss ihres Besuches konnten unsere Besucher nochmals richtig aktiv werden. Über 130 Kinder hatten im KT-Stadion die erste landesweite Abnahme des Kinderfunkens erfolgreich beendet. Der Kinderfunke kann in zwei Stufen erlangt werden. Diese ersten Abzeichen, die bei der Jugendfeuerwehr absolviert werden können, erhalten die Kinder, wenn sie im Team gut zusammenarbeiten und an verschiedenen Stationen ihr erlangtes Wissen unter Beweis stellen. Über allem steht aber natürlich der Spaß und die Freude und so leuchteten die Kinderaugen, als alle Kinder ihre Abzeichen überreicht bekamen.

Der Landesfeuerwehrtag war ein Kraftakt, aber auch ein unvergleichliches Gemeinschaftserlebnis. Die Abende gehörten den Helferinnen und Helfern und wir genossen die gebotenen Abendveranstaltungen und die Gastfreundschaft der Feuerwehren aus Kehl und dem Ortenaukreis, die diesen Event hervorragend organisiert hatten. Herzlichen Dank dafür!

Impressionen vom 13. Landesfeuerwehrtag in Kehl: