Jugendfeuerwehr wächst weiter – und mit ihr die Zukunft unserer Feuerwehren
Das ist eine Nachricht, die Mut macht: Die Jugendfeuerwehren in Baden-Württemberg wachsen weiter. 41.010 Kinder und Jugendliche sind inzwischen Teil unserer Gemeinschaft – rund 460 mehr als im Vorjahr. Hinter dieser Zahl steckt weit mehr als eine Statistik. Sie zeigt, dass die Jugendfeuerwehr für viele junge Menschen ein Ort ist, an dem sie etwas für die Gemeinschaft tun können. Ein Ort an dem Kameradschaft, Respekt, Verantwortung und Toleranz erlebbar wird.
Besonders stark zum Mitgliederzuwachs tragen die Kindergruppen bei. 21 neue Gruppen wurden im vergangenen Jahr gegründet, landesweit gibt es inzwischen 419. Das ist ein starkes Signal. Denn jede neue Kindergruppe bedeutet: Noch mehr Kinder entdecken früh, was Feuerwehr ausmacht – füreinander da sein, Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas bewegen. Hier wächst nicht nur Begeisterung für Feuerwehr, hier wächst Zukunft!
Die Jugendfeuerwehren erfüllen auch weiterhin eindrucksvoll ihren Auftrag als Nachwuchsorganisation der Feuerwehren. Wiederrum knapp 2.000 Jugendliche konnten im vergangenen Jahr in die aktive Wehr übernommen werden. Das ist ein starkes Ergebnis und zeigt, wie wichtig und wirksam die Arbeit in den Jugendfeuerwehren für die Zukunft unserer Feuerwehren ist.
Erfreulich ist auch, dass die Jugendfeuerwehr immer vielfältiger wird. Der Anteil der Mädchen steigt weiter: In den Kindergruppen liegt er inzwischen bei 30 Prozent, in den Jugendgruppen bei 24 Prozent, insgesamt bei 25 Prozent.
Dass so viele Kinder und Jugendliche begleitet werden können, ist keine Selbstverständlichkeit. Dahinter stehen Menschen, die Zeit schenken, zuhören, motivieren, organisieren und anpacken. Umso schöner ist es, dass auch die Zahl der Betreuerinnen und Betreuer weiter gestiegen ist: 13.931 engagierte Erwachsene gestalten die Jugendarbeit in den Jugendfeuerwehren. Zusammen mit den Kindern und Jugendlichen engagieren sich damit knapp 55.000 Menschen in diesem starken Netzwerk.
Bei aller Freude gehört aber auch zur Wahrheit: Es gibt ein Thema, das wir in den Blick nehmen müssen. Seit mehreren Jahren geht die Übernahmequote leicht, aber spürbar zurück. Gemeint ist der Anteil der Jugendlichen ab 17 Jahre, die tatsächlich in die Einsatzabteilung wechseln. Gerade weil wir so viel Herzblut in die jahrelange Begleitung junger Menschen investieren, müssen wir genau hinschauen, warum uns dieser letzte Schritt nicht immer gelingt. Denn eines ist klar: Unser Ziel ist nicht nur, Kinder und Jugendliche für die Jugendfeuerwehr zu begeistern. Wir wollen sie stärken, begleiten und möglichst auch für ihren weiteren Weg in der Feuerwehr gewinnen. Die positive Entwicklung bei den Mitgliederzahlen zeigt, wie stark unsere Basis ist. Jetzt geht es darum, zu schauen, ob und wie wir “die letzten Meter” der Reise durch die Jugendfeuerwehrzeit und den Übergang in die aktive Wehr noch attraktiver gestalten können.
Vor allem aber bleibt ein großes Gefühl der Dankbarkeit. Danke an alle Jugendfeuerwehren in Baden-Württemberg. Danke an alle Betreuerinnen und Betreuer, Jugendleiterinnen und Jugendleiter und alle, die im Hintergrund mithelfen. Dass die Jugendfeuerwehr wächst, ist euer Verdienst. Auf diese Entwicklung können wir stolz sein!
Oliver Semmler
Stv. Landesjugendfeuerwehrwart






