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Delegiertenversammlung

Samstag | Delegiertenversammlung der Jugendfeuerwehren Baden-Württemberg - Samstag

Die Delegiertenversammlung ist das beschließende Organ der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg. Aus 42 Landkreisen des Bundeslandes Baden-Württembergs nahmen über 250 Delegierte der Jugendfeuerwehren an der Versammlung teil. Diese findet passend am Samstag des Landesjugendfeuerwehrtags im Ravensburger Konzerthaus statt. 

Der Spielmannszug der Jugendfeuerwehr Laupheim, rund 30 Kinder und Jugendliche, eröffnete die Delegiertenversammlung 2008 der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg im Konzerthaus der Stadt Ravensburg. 

Landesjugendleiter Thomas Häfele begrüßte zahlreiche Ehrengäste aus dem Innenministerium, der Landkreisverwaltung, aus den Reihen der Feuerwehr und der Jugendfeuerwehr zum großen Familientreffen der Feuerwehren und Jugendfeuerwehren in Baden-Württemberg. Besonders begrüßte er die Jugendlichen und die vertreten Jugendsprecher des Landes und der Kreise. Häfele wünschte sich für die Veranstaltung, die Anliegen der Jugendlichen in den Vordergrund zu stellen.

Im Anschluss an die Totenehrung stellte Kassier Uwe Seehaus die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest. Mit 237 von 328 Delegierten hatten den Weg nach Ravensburg gefunden. Änderungswünsche zur Tagesordnung lagen keine vor.

Der "interkommunale" Bürgermeister der Städte Ravensburg und Weingarten, Reinhard Kapellen befasste sich mit dem Feuer, das fasziniert, Angst macht, sich zum kochen aber auch zum töten eignet. Weiter berichtete er über Gottes komplizierteste Schöpfung, das Sondermodell "Feuerwehrmann".

Staatssekretär Rudolf Köberle zitierte: "Die Jugend liebt den Luxus" und gebe sich dem Konsum hin. Diese Aussage des Philosophen Sokrates stimme nicht, da es damals wie heute  Jugendliche gebe, die sich dem Dienst an der Allgemeinheit stellen. Köberle freute sich, beim Landesfeuerwehrtag dabei sein zu dürfen. 

Das Projekt 17 1/2 habe sein Interesse geweckt und es sei wichtig, um den Fortbestand der Feuerwehren zu sichern, die Jugendfeuerwehr noch besser zu unterstützen. Bereits 1961 berichtete die Zeitschrift "Brandschutz" über die Notwendigkeit der Jugendfeuerwehr. Der Bevölkerungsrückgang und die Altersentwicklung in Deutschland werde sich in den nächsten Jahren noch viel stärker auf die Mitgliederzahlen der Feuerwehren auswirken. Neue Mitglieder müssen gewonnen werden und dazu forderte er die volle Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg.

115 neue Jugendfeuerwehren konnten in den letzten Jahren gegründet und von der Landesstiftung gefördert werden. Zukünftig sollen neben der bisherigen Finanzierung der Jugendfeuerwehrarbeit zwei neue Stellen an der Landesfeuerwehrschule für die Ausbildung von Jugendgruppenleiter hinzukommen. Außerdem wird an der Einrichtung einer Stelle für einen hauptamtlichen Geschäftsführer der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg gearbeitet.

Der Landrat Kurt Widmaier der Landkreises Ravensburg begrüßte die Anwesenden und 546 Jugendfeuerwehrmitglieder im Landkreis. "Die Feuerwehr ist eine Erfolgsgeschichte, die dreifachen Gewinn bedeutet": Gewinn für die Mitglieder, für die Feuerwehr und für die Allgemeinheit. Jede Investition zahle sich aus, die Jugendlichen "lernen für's Leben", dass es vorallem darauf ankommt, dass man sich auf den anderen verlassen kann. Er richtete seinen Dank vorallem an die Jugendwarte, die sich nicht nur für ihre Feuerwehr einsetzten, sondern sich zusätzlich noch um die Ausbildung und den Spaß der Jugendlichen kümmern.

Der stellv. Fachpräsident, Istvam Orovecz, und Leiter der Delegation des ungarischen Zivilschutzverbandes aus Ungarn stellte die Arbeit seines Verbandes vor. Seit 70 Jahren kümmert sich der Zivilschutzverband in Katastophenfällen um die Behebung der Schäden und der Betreuung der Bevölkerung. Orovecz kann auf eine lange Freundschaft mit der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg zurückblicken. Er freute sich, in dieser Zeit viel von der Jugendfeuerwehr gelernt zu haben und sehr viele Menschen kennen gelernt und Freunde gewonnen zu haben. Orovecz wünschte sich für 2010 wieder ein Zeltlager der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in Ungarn.

Bundesjugendleiter Hans-Peter Schäfer hielt es für seine Pflicht bei einem Heimspiel im eigenen Bundesland auf jeden Fall bei der Delegiertenversammlung ein kurzes Grußwort zu sprechen und freute sich über den Erfolg der Aktion "Unsere Welt ist bunt", die den Frauenanteil und die Mitgliederzahlen der Jugendfeuerwehr zu erhöhen.

In einem gemeinsamen Jahresbericht des Führungstrios der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg, Thomas Häfele, Michael Neubauer und Martin Stürzl, berichteten diese über die Entwicklung der Jugendfeuerwehren. Leider ging die Zahl der Mitglieder im Jahr 2007 leicht zurück. Ziele sollen in Zukunft sein, neue Mitglieder und vorallem Mädchen und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu gewinnen. Außerdem sollen die Übertrittszahlen in die aktiven Wehren stabilisiert werden.

Das Trio bedankte sich für die Unterstützung der Unfallkassen Baden-Württemberg Im Rahmen von S-MOVE 2007 und S-MOVE@night 2008. Der Landesjugendfeuerwehr stellt ein Novum dar. Die erste Veranstaltung, die gemeinsam mit dem aktiven Verband stattfindet.

Leider musst das Landeszeltlager in Ungarn ausfallen und wegen der einfacheren Planung nach Deutschland verlegt werden. Neubauer bedankte sich beim ausgeschiedenen Fachgebietsleiter, Dirk Ifenthaler, und bedankte sich für die Einladung, 2010 nach Ungarn zu kommen.

Zeitgleich mit der Delegiertensammlung findet der Landesentscheid zum Bundeswettbewerb statt, am dem einige Gruppen aus ganz Baden-Württemberg teilnehmen. 

Häfele ging auf die Personalprobleme im Bereich der Fachgebietsleiter ein und bedankte sich bei allen aktven Mitarbeitern in den verschiedenen Fachgebieten.

Seit drei Jahren wächst die "Pflanze" Jugendforum und reift zu einem ausgewachsenen Baum heran. Das Thema 17 1/2 sei sehr wichtig und gewinne immer mehr an Inhalt. Neubauer bedankte sich bei den Jugendsprechern, die sich sehr aktiv in die Arbeit der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg einbringen. 

Neue Wege in der Mitgliedergewinnung: Immer mehr Feuerwehren nehmen Kinder ab sechs Jahren auf und sichern so den Nachwuchs der Jugendfeuerwehr, bevor er von anderen Vereinen abgeschöpft werden. Martin Stürzl und Michael Neubauer bedankten sich bei ihrem "Chef" für die gute Zusammenarbeit und seine große Unterstützung. Thomas Häfele bedankte sich bei allen Mitarbeitern der JF BW für die Mitarbeiter, Unterstützung und auch die Kritik in den vergangenen Monaten.

Mitgestaltung heißt einmischen, aber auch Verantwortung übernehmen. Getreu diesem Motto stellten die Landesjugendsprecher ihre Arbeit der vergangenen Monate vor: die Teilnahme an den Kreisjugendwart-Seminaren, Erfahrung zu sammeln mit Präsentationstechniken, die Erstellung einer Handreichung zum Thema 17 1/2, das Internetforum mit 120 registrierten Jugendlichen und der neue Fotowettbewerb. 

Bei einem Fotowettbewerb können alle Jugendfeuerwehren aus Baden-Württemberg teilnehmen. Eine Jury des Jugendforums wird die 10 besten Einsendungen prämieren.

In seiner Ansprache ging der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Dr. Frank Knödler, auf die Arbeit des Führungstrios ein und bedankte sich. Die besten Kristalle züchte man mit Kristallisationskeimen, die keine runden und glatten Kristalle erzeugten, auch die mit den Ecken und Kanten sind wichtig! Er freute sich über die gelungene Organisation des Landesfeuerwehr-/Landesjugendfeuerwehrtages in zwei Städten, die sich ein wenig reserviert gegenüber standen und freute sich vorallem, dass der Bürgermeister aus Weingarten das Grußwort der beiden Städte überbracht hatte. 

"Menschen stehen im Mittelpunkt des Geschehens" - unter dieser Fragestellung betonte er mehrfach, dass in der Jugendfeuerwehr die Zukunft der Feuerwehr steckt und dass diese dringend unterstützt und gefördert werden muss. Angefangen von der Aktion "Eine Jugendfeuerwehr für jede Gemeinde" bis hin zum Angebot in den Jugendfeuerwehren. Er stellte ebenfalls klar heraus, dass es keine Möglichkeit für die Jugendfeuerwehrwarte gebe, im Rahmen der Ganztagesschule aktiv zu werden und am Nachmittag in den Schulen die Kinder zu betreuen.

Die Schaffung der beiden Stellen an der Landesfeuerwehrschule sei sehr hiflreich, man werde aber noch den einen oder anderen Gedanken an die Umsetzung dieser Stellen verschwenden müssen. Die Geschäftsstelle in Böblingen sei mittlerweile definitv zu klein, aber es seien Gespräche mit der SV-Versicherung im Gang. Er freute sich über den umgewandelten Slogan "Sicher leben - sich erleben", da es sehr wichtig sei, sich in den nächsten anderhalb Tagen bei der Jugendfeuerwehr in Ravensburg und Weingarten zu erleben.

Uwe Seehaus legte den Kassenbericht der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg vor. Die Kassenprüfer, Michael Otto und Ralf Mittelbach, konnten dem Kassier eine einwandfreie Kassenführung bestätigen. Die Versammlung nahm anschließend einstimmig die Entlastung der Landesjugendleitung und des Landesjugendfeuerwehrausschusses einstimmig vor. Der Nachtragshaushalt 2008 und der Haushaltplan 2009 konnte ebenfalls einstimmig angenommen werden. Michael Otto wurde erneut zum Kassenprüfer gewählt. 

Birgit Mendla, Brigitte Jahn und Annette Nüssle erhielten den Dank für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. Thomas Häfele überreichte Birgit Mendla für ihre mittlerweile 5-jährige Tätigkeit als Bildungsreferentin der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg ein Sicherheitstraining für MotorradfahrerInnen.

Martin Stürzl erhielt für seine geleistete Arbeit im Landkreis Ravensburg die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr Baden-Württemberg in Silber. Thomas Häfele überreichte Sandro Emde unter stehenden Ovationen für seine Arbeit in der Jugendfeuerwehr Edingen-Neckarhausen und im Rhein-Neckar-Kreis die Ehrennadel der Jugendfeuerwehr in Gold. 

Michael Otto erhielt stellvertretend für das gesamt Organisationsteam des Landesjugendfeuerwehrtages ein Erholungswochenende für zwei Personen im Feuerwehrhotel Titisee und ein Beauty-Case. Als kleines Dankeschön erhielt die Jugendfeuerwehr des Landkreises Ravensburg einen eigenen Kreiswimpel.

Für die Delegiertenversammlungen 2010 und 2011 konnten leider noch keine Veranstaltungsorte gefunden werden. 

Thomas Häfele beschloss die Delegierterversammlung und wünschte allen Teilnehmern noch schöne Stunden in Ravensburg / Weingarten.

Er verwies auf die anschließende Podiumsdiskussion und hoffte auf eine rege Beteiligung.